Das Kreuz verstehen

Gottesdienst zum Karfreitag

Die Kreuze in unseren Kirchen sind oft nicht zu übersehen. Sie erinnern immerzu an das, was an Karfreitag geschehen ist. Sie erinnern an eine schreckliche Hinrichtung, an ein schreckliches Sterben. Wie kann das zum Zeichen in einer Kirche werden?

Es muss einen Grund geben einen Sinn, der sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließt.

Wie lässt sich das Geheimnis lüften? Wie können wir verstehen, was gemeint und beabsichtigt ist?

Ein altes Lied 500 Jahre vor der Kreuzigung geschrieben weist uns den Weg. Es findet sich in Jesaja 52 und 53.

Interessanterweise wird hier schon über viele Fehleinschätzungen des Kreuzes geschrieben: Man könnte denken, Gott habe Jesus gestraft…

Aber das Lied verweist uns auf eine andere Sicht: Die bedingungslose Liebe Gottes erweist sich in diesem unaufhaltsamen Untergang als echt und tragfähig.

Während alles danach aussieht, als wäre es nur ein einziges Scheitern, singt das Lied: Es wird ihm gelingen.

Bitterkeit und Segen

Sehnsucht nach der Güte Gottes.

Wer einen Schicksalsschlag erlebt hat,
wer mitten in einem großen Tragödie steckt,
wer keinen Ausweg sieht,
dem wird das süße Leben vielleicht auch bitter schmecken.

So wie Noomi sagt: „Mein Los ist zu bitter, weil Gottes Hand mich getroffen hat!“
stellt sich vielen von uns die Frage: „Warum hat Gott das zugelassen?“

Gut, wenn die Bitterkeit unseres Lebens wieder heilen kann.
Bevor sie mich vom Leben und von Gott enttäuscht und in die Einsamkeit einschließt.
Bevor sie mich unversöhnlich werden lässt und mir Freude und Hoffnung raubt.
Bevor ich blind werde, für das, was Gott tut.

Begleiten wir Noomi und Rut auf dem Heimweg nach Bethlehem.

Logisch mit Herz! – Hingabe leben ist Gottesdienst

Vernünftiger Gottesdienst heißt verstehen, dass Gottes Barmherzigkeit nicht nur an den Heiligen Orten, in Kirchen, Domen und Kathedralen etwas ändert. Gottes Gnade wirkt auch in unser Leben und hinaus in die Welt. Dabei nehmen wir Maß an der großen Liebe unseres Gottes. Wir sind bereit zu geben, was Gott uns schenkt. Wir sind auch bereit genau dafür zu verzichten, dass das wir und alle, die sich danach sehnen, frei und angenommen von Gott leben können. Dabei sind wir nicht allein. Die Gaben, die uns Gott schenkt, schenken uns Erfüllung im miteinander und füreinander gebrauchen.